Einjährige Berufsfachschule

Bildungsziel

Die einjährige Berufsfachschule bereitet Schülerinnen und Schüler in der Regel unmittelbar nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht auf eine berufliche Erstausbildung vor.

Ihre Bildungsgänge vermitteln fachrichtungsbezogen eine berufliche Grundbildung, erweitern die Allgemeinbildung und ermöglichen zusätzlich den Erwerb des mittleren Schulabschlusses.

Die Aufnahme setzt voraus, dass die Bewerberinnen und Bewerber

  1. mindestens den erweiterten Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung besitzen und
  2. nicht schon einmal einen Bildungsgang der einjährigen Berufsfachschule besucht haben.

Für Bewerberinnen und Bewerber, die eine gleichwertige Schulbildung an einer Schule erworben haben, deren Unterrichtssprache nicht Deutsch ist, kann die Aufnahme zusätzlich vom Bestehen eines Sprachtests abhängig gemacht werden. Den Test führt die aufnehmende Schule durch. Dabei ist festzustellen, ob die Betroffenen die deutsche Sprache in Wort und Schrift so beherrschen, dass sie dem Unterricht folgen können.

Die Schule kann spezielle Eignungstests durchführen.

Bewerbung und Aufnahme

Die Bewerbung ist schriftlich bei der Schule einzureichen. Bewerbungsschluss ist der letzte Schultag in der ersten Maiwoche des Jahres, in dem der Bildungsgang beginnt.

Dem Bewerbungsschreiben sind beizufügen:

  1. das Zeugnis über die geforderte Schulbildung in beglaubigter Abschrift oder Kopie,
  2. ein tabellarischer Lebenslauf und zwei Lichtbilder neueren Datums,
  3. bei nicht volljährigen Bewerberinnen und Bewerbern die Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten zur Aufnahme in den Bildungsgang sowie
  4. für Bewerberinnen und Bewerber mit einem in § 41 Abs. 2 des Schulgesetzes genannten Aufenthaltsstatus der Nachweis über den Aufenthaltsstatus in amtlich beglaubigter Abschrift oder Kopie.

Nach Abschluss der Aufnahmeentscheidungen dürfen Bewerbungen, die nicht fristgerecht eingegangen sind, im Umfang frei gebliebener Plätze und in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt werden.

Auswahlverfahren

Übersteigt trotz Ausschöpfung der Aufnahmekapazitäten die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber, die die Aufnahmevoraussetzungen erfüllen und deren Bewerbung termingerecht eingegangen ist, die Anzahl der für den Bildungsgang zur Verfügung stehenden Plätze aller Schulen der betreffenden Fachrichtung, so ist von einem Vergabeausschuss ein Auswahlverfahren durchzuführen. Dem Ausschuss gehören die Schulleiterinnen und Schulleiter der betreffenden Schulen an.

Probezeit

Bei der Aufnahme sind die Schülerinnen und Schüler und, sofern diese noch nicht volljährig sind, auch deren Erziehungsberechtigte schriftlich auf die Probezeit gemäß § 30 Abs. 3 des Schulgesetzes und die Folgen des Nichtbestehens hinzuweisen.

Die Probezeit ist bestanden, wenn:

  1. die Halbjahresnoten aller fachpraktischen Fächer mindestens „ausreichend“ lauten und
  2. in den übrigen Fächern bei ansonsten mindestens ausreichenden Leistungen die Halbjahresnote in höchstens einem Fach „mangelhaft“ lautet und
  3. die im Beurteilungszeitraum zu absolvierenden Praktika erfolgreich abgeschlossen wurden.

Praktika

Während eines Praktikums sollen die Schülerinnen und Schüler Aufgaben und Arbeitsweisen in betrieblichen Praxisstellen kennen lernen und berufspraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten unter den dort üblichen Bedingungen erwerben und üben können.

Als Praxisstellen sind anerkannte überbetriebliche Ausbildungsstätten, Betriebe der Berliner Wirtschaft oder andere geeignete Einrichtungen zu wählen.

Mittlerer Schulabschluss

Voraussetzungen für den Erwerb des mittleren Schulabschlusses

Die Schülerinnen und Schüler haben sich bis zu dem gemäß § 35 Abs. 1 festzusetzenden Termin zu entscheiden, ob sie den mittleren Schulabschluss erwerben möchten.

Den mittleren Schulabschluss erwirbt, wer

  1. die Prüfung zum Erwerb des mittleren Schulabschlusses besteht und
  2. den Bildungsgang erfolgreich abschließt.
Quelle: Verordnung über die einjährige Berufsfachschule im Land Berlin (VO einjährige OBF) vom 11. Juli 2006 (GVBl. S. 812) 

Patenschaftsmodell

Als Besonderheit bietet diese einjährige Berufsfachschule das sogenannte Patenschaftsmodell an:
Dem Berufsfachschüler wird ein erfahrener, älterer Studierender (Pate/Mentor) der Hotelfachschule zur Seite gestellt. Dieser Hofa-Studierende (Pate/Mentor) kennt die Situation aus eigener Erfahrung – auch er stand einmal vor der Frage: Wo will ich beruflich hin, was will ich werden? Die Ausgangssituation ist also bekannt, er kann seinen Mentee somit in sämtlichen Belangen unterstützen – jedoch nicht als Lehrer und genauso wenig als Elternteil. Es gibt keine Vorgesetzten-Untergebenen-Beziehung und das, was zwischen dem Berufsfachschüler und seinem Paten besprochen wird, ist vertraulich!
Der Berufsfachschüler lernt seine eigenen Fähigkeiten besser kennen und wird bei seiner Tätigkeit und bei akuten beruflichen Problemen unterstützt. Er erhält Impulse für die weitere berufliche Entwicklung und wird selbstbewusster.

pdfAnmeldeformular der einjaehrigen Berufsfachschule

2017-05-07T12:16:25+00:00